Materialwahl: Holzarten im Vergleich
Für den Außenbereich haben sich in Deutschland vor allem folgende Holzarten bewährt:
- Eiche (Quercus robur): Naturgemäß widerstandsfähig gegenüber Fäulnis. Für Zaunpfosten besonders geeignet, selbst für das Erdreich. Trockenrohdichte ca. 680–720 kg/m³.
- Lärche (Larix decidua): Harzhaltiges Nadelholz mit guter Witterungsbeständigkeit. Typisch für Zaunlatten und Querriegel. Haltbarkeitsklasse 3–4 (EN 350).
- Robinie (Robinia pseudoacacia): Sehr hart, witterungsbeständig, kaum behandlungsbedürftig. In Bayern und Sachsen verbreitet.
- Kiefer (Pinus sylvestris), kesseldruckimprägniert (KDI): Standardlösung für Pfosten. Imprägnierung verleiht Haltbarkeitsklasse 1–2. Einzuhalten: TRGS 614 für den Umgang.
Pfostenabstand und Dimensionierung
Der übliche Pfostenabstand beträgt je nach Belastung und Lattenstärke zwischen 1,5 m und 2,5 m. Bei Windlastbereichen (z. B. Norddeutschland, Mittelgebirgslagen) empfiehlt sich ein Abstand von maximal 1,8 m.
| Zaunhöhe | Empf. Pfostenabstand | Pfostenquerschnitt | Einbautiefe |
|---|---|---|---|
| bis 0,8 m | bis 2,5 m | 7×7 cm oder Ø 8 cm | 40–50 cm |
| bis 1,2 m | bis 2,0 m | 9×9 cm oder Ø 10 cm | 50–60 cm |
| bis 1,8 m | bis 1,8 m | 10×10 cm oder Ø 12 cm | 60–75 cm |
| über 1,8 m | bis 1,5 m | 12×12 cm oder Ø 14 cm | 70–90 cm |
Pfosten setzen: Betonieren oder Bodenhülse?
Zwei gängige Methoden sind das Einbetonieren und das Einschlagen bzw. Einschrauben mit Bodenhülsen:
- Einbetonieren: Höhere Stabilität bei starken Wind- und Druckbelastungen. Nachteil: Feuchtigkeit kann sich am Pfostenfuß stauen; Übergang Holz/Beton sollte mit Bitumenbeschichtung abgedichtet werden.
- Bodenhülsen (eingeschlagen oder einbetoniert): Flexibler beim Austausch der Pfosten. Galvanisch verzinkte oder feuerverzinkte Hülsen aus Stahl haben sich in der Praxis bewährt.
- Schraubanker: Für felsigen oder steinigen Boden geeignet. Aufschrauben ohne Aushub.
Vorgehensweise beim Einbetonieren
- Grubentiefe nach obiger Tabelle anzeichnen und ausheben (Handschaufel oder Erdbohrer).
- Etwa 10 cm Schotterschicht auf dem Grubenboden als Entwässerungsschicht einbringen.
- Pfosten lotrecht ausrichten und mit Querhölzern fixieren.
- Beton (C20/25) bis 10 cm unterhalb der Geländeoberkante einbringen, leicht konisch abziehen für Wasserablauf.
- 48 Stunden Aushärtungszeit einhalten, bevor Latten befestigt werden.
Querriegel und Latten befestigen
Querriegel (Brusthölzer) verbinden die Pfosten und nehmen die Zaunlatten auf. Übliche Querschnitte: 5×10 cm oder 4×9 cm. Befestigung erfolgt durch Holzschrauben (Edelstahl A2 oder verzinkt) oder traditionell durch Bundnägel.
Typische Lattenabstände für Gartenzäune: 5–15 mm (Sichtschutz), für Nutztierhaltung je nach Tierart bis zu 15 cm (Schafe), 25 cm (Rinder).
Schraubentypen und -größen
Für Außenanwendungen empfehlen sich verzinkte oder Edelstahl-Schrauben (A2). Typische Maße: 4,5×50 mm für Lattenverbindungen, 6,0×100 mm für Pfosten–Riegel-Verbindungen. Vorbohren verhindert das Spalten des Holzes, besonders bei trockenen Materialien.
Schnittstellen schützen: Abdeckkappen und Schräganschnitt
Die Oberkante des Pfostens ist besonders witterungsanfällig. Optionen:
- Schräger Anschnitt (ca. 45°): Regenwasser läuft ab, ohne sich zu stauen.
- Metallkappe (verzinkt oder Edelstahl): Vollständiger Schutz der Hirnholzfläche.
- Holzschutzöl auf Hirnholzflächen: Verhindert schnelles Eindringen von Feuchtigkeit.
Rechtliche Aspekte: Grenzabstände und Baugenehmigung
Grenzabstände für Zäune sind in den jeweiligen Nachbarrechtsgesetzen der Bundesländer geregelt. In Bayern gilt etwa Art. 38 AGBGB; in Nordrhein-Westfalen das NachbG NRW. Zäune bis ca. 2 m Höhe sind in den meisten Bundesländern genehmigungsfrei, wenn sie nicht als Sichtschutz auf Grünflächen errichtet werden. Im Zweifel ist Rücksprache mit der zuständigen Bauordnungsbehörde erforderlich.
Typische Fehler und deren Folgen
- Zu geringe Einbautiefe: Pfosten können durch Frost (Frosthebung) oder Wind kippen.
- Kein Schutz am Pfosten-Beton-Übergang: Wasseransammlung beschleunigt Verrottung erheblich.
- Beschädigte Imprägnierung: Nachbehandlung sollte unmittelbar nach dem Sägen erfolgen.
- Fehlender Latten-Bodenabstand: Latten ohne Abstand zum Boden (mind. 5 cm) nehmen schneller Schaden durch aufsteigende Feuchtigkeit.
Verweise und Normen
- DIN 68800-1 bis -4: Holzschutz im Bauwesen
- EN 350: Dauerhaftigkeit von Holz und Holzprodukten
- TRGS 614: Holzschutzmittel mit Biozidwirkstoffen
- Bayerisches Nachbarrechtsgesetz (NachbG Bayern)
- Nachbarrechtsgesetz NRW (NachbG NRW)
- holzfragen.de – Praxisportal Holzschutz