Weidezaun-Kategorien im Überblick

In Deutschland sind folgende Weidezaunsysteme verbreitet:

  • Holzpfostenriegel-Zäune
  • Knotengitter- und Weidegitterzäune
  • Elektrozäune (Festzaun, Flatterlitze, Netz)
  • Kombinationszäune (Holz + Elektrolitze)

Holzpfostenriegel-Zaun

Der klassische Holzpfostenriegel-Zaun besteht aus eingerammten oder einbetonierten Pfosten und horizontal befestigten Rundholzriegeln. Verbreitet in der Pferde- und Rinderhaltung.

Tierart Empf. Zaunhöhe Riegelanzahl Pfostenabstand
Pferde1,3–1,5 m3–42,0–2,5 m
Rinder1,0–1,2 m2–32,0–3,0 m
Schafe / Ziegen1,0–1,2 m4–51,5–2,0 m
Fohlen1,0 m41,5 m
Hinweis zu Pferden: Glattkantholz und Rundholz werden bevorzugt, da Rauholz zu Splitterverletzungen führen kann. Druckimprägniertes Holz ist für Pferdekoppeln umstritten; unbehandeltes Robinienholz gilt als empfehlenswerte Alternative.

Knotengitter und Weidegitter

Knotengitterzäune bestehen aus verzinktem Stahldraht mit vertikalen und horizontalen Drähten, die durch Knoten verbunden sind. Gängige Typen in Deutschland: Hirschgehegeschutz (Typ 200/17/15) und Schafnetz (Typ 80/12/15).

Vorteile: Keine Spitzen, kein Quetschrisiko, gut für Schafe und Ziegen. Nachteil: Höherer Installationsaufwand, schwerer zu spannen als Litzenzaun.

Wichtige Kenngröße: Der Knotentyp bestimmt die Eignung. Festknoten eignen sich für Wildgehege, Ringknoten (auch: Übergangsknoten) für Nutztierhaltung.

Elektrozaun

Elektrozäune arbeiten mit Impulsstromgeräten (Weidezaungeräte), die gemäß DIN EN 60335-2-76 genormt sind. In Deutschland sind maximal 5 Joule abgegebene Energie zulässig (entspricht ca. 10.000 V Leerlaufspannung).

Litzenzaun

Besteht aus Stahldraht oder Kunststofflitzen mit Metallfäden. Stabiler als Flatterlitze, für dauerhafte Einzäunung geeignet. Mindestleistung des Geräts: ca. 2–4 Joule für mittlere Zaunlängen (bis 2 km).

Elektrozaunsystem für Pferde

Optisch erkennbare weiße oder gelbe Litzen sind sicherheitstechnisch wichtig, da Pferde die Litze erkennen müssen. Ein kombinierter Holzpfostenriegel-Zaun mit eingelassener Elektrolitzung hat sich für Pferdekoppeln bewährt.

Weidezaungeräte: Anschluss und Mindestspannung

  • Netzgerät (230 V): Konstante Leistung, geeignet für feste Zäune.
  • Batteriegerät (12 V): Für entfernte Flächen ohne Stromanschluss. Haltekapazität abhängig von Akkutyp und Zaunbelastung.
  • Solargerät: Wartungsarm, Betrieb auch in abgelegenen Gebieten. Limitierend: Lichtmangel im Winter.

An der Zaunlitze sollte eine Mindestspannung von 2.000 V anliegen, um eine zuverlässige Abschreckwirkung zu erzielen (Empfehlung: mind. 3.000 V für Rinder).

Holzzaun auf einer Weide – Pfosten mit horizontalen Querriegeln
Horizontale Rundholzriegel an eingerammten Pfosten – ein gängiger Weidezaun für Pferde und Rinder. Quelle: Wikimedia Commons.

Kombinationszaun

In der Praxis werden Holzpfostenriegel-Zäune häufig mit einer Elektrolitzung kombiniert: Ein Elektrolitzenband auf Abstandshaltern, ca. 10–15 cm vor dem inneren Riegel montiert, verhindert das direkte Anlehnen des Tiers an den Holzriegel und reduziert Zaunschäden erheblich.

Geländebesonderheiten

In Hanglagen wird der Pfostenabstand auf 1,5–1,8 m reduziert. Für moorige oder nasse Böden sind längere Pfosten oder Schraubanker geeigneter als einbetonierte Pfosten, da Auftauchewegungen durch Frost erheblich sein können.

Normen und rechtliche Hinweise

  • DIN EN 60335-2-76: Elektro-Weidezaungeräte
  • Tierschutzgesetz (TierSchG) § 2: Anforderungen an Tiergehege
  • Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV)
  • Merkblatt Weidezaungeräte, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
  • Hersteller-Infos zu Weidezauntechnik